Nachdem die schöne neue Küche endlich bestellt und geliefert wurde (Beitrag: Küche bei Ikea kaufen) ging es nun an den Aufbau.

Das kleine I

Der Aufbau der Einzelteile hat gefühlt Ewigkeiten gebraucht. Wir mussten uns oft motivieren die vielen kleinen Schubladen und Schränke weiter zusammenzubauen. Bei den ersten Proben mit den aufgebauten Teilen kam dann auch die Erleuchtung – damals hat man irgendwie nie irgendwas gerade gemacht – eher krumm und vorzugsweise nicht im rechten Winkel…

Der erste Teil besteht aus

  • Kühlschrank
  • Unterschrank zum Kühlschrank
  • 2 Schränke, jeweils mit 3 Schubladen

Bei einer Wand die nun nach außen geneigt ist, hat man irgendwann die Entscheidung zu treffen, ob man Schränke an der Wand oder an der Wasserwage ausrichten soll – beides hat seine Vor- und Nachteile. Wir haben dann letztendlich der Wand den Vorzug gegeben, da wir keine Lücke hinter dem Schrank haben wollten.

Es hat viel Kraft gekostet die Wände an allen Stellen in den Aufbau mit einzubeziehen, Hier mal ein Stück vom Schrank absägen, hier mal ein wenig höher stellen usw. Es hat sich als vorteilhaft herausgestellt, die Schubladen und Schranktüren erst dann auszurichten, wenn alles zusammengebaut ist. Die ersten Versuche hatten wir nämlich schon vorher unternommen und mussten dann alles nochmal machen :p

Der Einbau hat nicht weniger als 8 Stunden gedauert, aber da war es nun – das kleine I

Hier übrigens noch mit der ersten Wandfarbe in grün.

 

 

 

Das große L

Das große L sollte aus folgendem bestehen

  • Spülenschrank
  • Geschirrspüler
  • Backofen
  • Waschmaschine
  • 4 Oberschränke (80cm hoch)
  • 4 Oberoberschränke (40cm hoch)

 

Der Aufbau des Ls war eine echte Herausforderung.

Herausforderung 1: Wir mussten um die Ecke bauen

Herausforderung 2: Wir mussten uns auch hier an die schiefe Wand anpassen

Herausforderung 3: Die Wand stellte sich als nicht tragfähig heraus

 

Fangen wir doch einfach mal bei Herausforderung 3 an. Die Wand an der wir die Hängeschränke installieren wollten war einfach nicht tragfähig. Ein Test ergab: Schrank ohne Inhalt – in Abhängigkeit der Position VIELLEICHT. Mit Inhalt NIEMALS. Es musste also eine Lösung her, die Schränke brauchen wir auf jeden Fall! Die Idee war es jetzt eine Wand vor die Wand zu setzen, diese Lösung hatte auch den Vorteil, dass man den hässlichen Gasanschluss für den Herd gleich mit verschwinden lassen könnte.

Für die Verbindung der Konstruktion mit der Wand haben wir ein tolles System der Fa. Fischer genutzt. Es Besteht aus 3 Teilen

  • Fischer SB-Siebhülse FIP H12X85K
  • Fischer Injektions-Gewindeanker FIS GS M 6 x110 K
  • Fischer Montagemörtel 300 T

 

Das Vorgehen ist eigentlich recht intuitiv. Man bohrt ein Loch, steckt die Hülse rein, spritzt den Mörtel in die Hülse und steckt dann den Anker rein. Das wird bombenfest und hält seit geraumer Zeit alle Schränke mit viel viel Inhalt. Ich muss dazu sagen, dass wir die Löcher wie von Fischer vorgeschlagen und Empfohlen zuvor ordentlich ausgebürstet und ausgepustet haben. Hierfür gibt es ebenfalls sinnvolle Tools – ebenso wie für das Aufspüren von Leitungen aller Art – wir hatten nämlich in der Wand zusätzlich noch eine Gasleitung versteckt 🙂

  • TOX Reinigungsbürste Brush Light M8 / M10 mm
  • TOX Ausbläser Taifun 240
  • Bosch Digitales Ortungsgerät PMD 10

 

Nun aber zurück zum Aufbau des Ganzen. Nachdem also die Wand komplett mehrfach durschallt wurde und der Verlauf der Gasleitung bekannt war, haben wir mit dem Bohren begonnen und die Anker gesetzt. Nach einer kleinen Pause haben wir dann begonnen die Latten aufzuschrauben und eine Konterlattung anzubringen. Aufgrund der Gegebenheiten haben wir uns dazu entschlossen erst die Latten horizontal auf die Wand zu bringen und die zweite Lage vertikal aufzuschrauben. Ganz oben haben wir mit den ersten Versuchen im Hinterkopf lieber zwei Latten an die Wand gebracht.

Auf die Latten haben wir dann OSB Platten geschraubt. Den Gasanschluss haben wir gleich mit eingeplant und entsprechend ausgesägt. Als das alles geschafft war, haben wir die ersten Schränke an der Ikea Montageschiene befestigt. Hat super gehalten 🙂 auf die eigentlichen Schränke haben wir noch zusätzliche Schränke geschraubt um das finale Ziel der 1,2m Oberschränke zu erreichen. Glücklicher Weise gibt es im Sortiment von IKEA gleich passende Schranktüren im 120er Format.

 

 

Nachdem die Schränke hingen, ging es erstmal daran die nötigen Kabel zu verlegen. 1. zur Abluft, 2. zur Steckdose, welche wir unter den Küchenschränken montieren wollen. Wir haben entschieden, dass wir die Steckdose nicht an der Rückwand montieren möchten, sondern unter den Schränken. Das hat in unseren Augen zwei wichtige Vorteile: 1. hängt das Kabel für den Stabmixer nicht in den Töpfen wenn man ihn da braucht und 2. sieht man die grundsätzlich hässlichen Steckdosen nicht an der Wand.

Wir benutzen bei uns in der Wohnung überall die Serie LS990 von Jung. Es sind für uns das einfachste und schönste Programm welches man im Handel bekommen kann 🙂

 

Da wir in der Küche unterschiedliche Wasserverbraucher anschließen wollten, mussten wir den einfachen Wasserhahn etwas erweitern. Das haben wir natürlich von einem Fachmann ausführen lassen. Angeschlossen werden sollen insgesamt 3 Dinge: 1. Küchenarmatur, 2. Geschirrspüler, 3. Waschmaschine.

 

Wasseranschluss
Wasseranschluss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bevor die Montage der Unterschränke/Geräte losgehen konnte, haben wir erstmal die Rückwand montiert. Wir hatten uns für die Rückwand und für die Arbeitsplatte ein Terrazzo ausgesucht. Die Platten sind jeweils ca. 3 cm dick und dementsprechend schwer. Es musste also eine ordentliche Aufhängung her. Wir haben hier im unteren Bereich Z-Profile aus Aluminum verwendet und sie oben mit Laschen aus Aluminium befestigt. Das Material haben wir nach einiger Recherche und Preisvergleichen am günstigsten bei alu-verkauf.de und bei bleche-nach-mass.de bekommen.

 

die montierte Rückwand
die montierte Rückwand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Waschmaschine stellte im Gesamtkontext die nächste Herausforderung dar. Die Waschmaschine sollte ganz links außen vom Küchenblock installiert werden. Dies führte dazu, dass die Küche nicht mit einem üblichen Unterschrank enden wird, sondern eben mit der Waschmaschine, welche in keinem Schrank installiert werden kann. Um hier eine Auflagefläche für die Arbeitsplatte zu schaffen haben wir einfach aus Aluminum Systemprofilen ein Gehäuse gebaut. Es war hier wichtig, dass die Waschmaschine nicht berührt wird und somit keine Vibrationen an die restlichen Küchenteile übertragen werden.

 

Gehäuse für die Waschmaschine
Gehäuse für die Waschmaschine

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun wo wir aber alle Hürden genommen hatten, konnten wir endlich die Arbeitsplatte auflegen. Hier war es wichtig über entsprechende Höhenausgleiche und Herstellung eines rechten Winkels vorab alle Probleme die beim Fügen der Einzelplatten entstehen könnten zu eliminieren. Zudem haben wir insbesondere den mittlerweile arg verstümmelten Spülenschrank mit ein paar Kanthölzern massiv verstärkt um das Gewicht der Arbeitsplatte ordentlich tragen zu können. Zwischen dem Schrank der Spüle und dem Herd haben wir ebenfalls etwas verstärkt – hier haben wir mit Siebdruckplatten gearbeitet welche wir vorher zum Schutz gegen Dampf und Feuchtigkeit an den Schnittkanten versiegelt haben.

Nun lag die Arbeitsplatte da, so schön hatten wir es uns nicht vorgestellt 🙂

 

 

Nach diesem Erfolg kamen wir an den nächsten Punkt. Die Spüle und die Wasserarmatur sollten installiert werden. Die Spüle hatten wir uns natürlich schon besorgt bevor wir die Terrazzoplatten gezeichnet und bemaßt hatten. Wir wollten unbedingt eine schwarze Spüle haben, eine richtige, emaillierte Spüle. Aufgrund der Größe und den genannten Anforderungen wurde das Feld relativ klein. Wir haben stundenlang im Netz nach einer passenden Spüle gesucht. Die einzig ware konnte uns nur spuelenhandel.de liefern. Wir haben hier das SHIGO BLACK-LINE Emaille Spülbecken STXB 3440 gefunden und sofort bestellt. (Wir müssen uns an dieser Stelle nochmals für unsere Ungeduld entschuldigen).

Bei der Armatur haben wir uns für die KV1 von Vola entschieden – natürlich auch in schwarz 🙂 Ein wunderschönes – aber schlichtes Modell.

Nun konnte alles zusammenkommen.

 

 

Mit dem Kleber für die Spüle waren wir uns lang relativ unsicher und haben auch hier Stunden im Netz verbracht um uns über alle möglichen Hersteller zu informieren und den für den Einsatzzweck richtigen Kleber zu finden. Leider waren Spülenhändler und Natursteinhändler nicht sehr auskunftfreudig und wollten uns nicht sagen womit sie das immer so machen. Wir haben aber rausgefunden, dass sich das OTTOCOLL ALLBERT  hervorragend eignet! Einmal verklebt wackelt hier nichts mehr. Die Spüle kann auch voll beladen werden, ohne das irgendwas auch nur daran denkt zu reissen. Mit Naturstein verträgt es sich ebenfalls!

OTTOCOLL ALLBERT


Wir mussten lernen, dass Boiler beim Erwärmen des Wassers irgendwann überschüssiges Wasser abtransportieren möchten um die Ausdehnung des Wassers zu kompensieren. Da wir uns irgendwann mal für eine druckfeste Armatur entschieden hatten, mussten wir das mit einer Sicherheitsgruppe regulieren. Diese Gruppe sorgt für konstanten Druck und lässt das überschüssige Wasser abführen. Die Montage haben wir wieder einmal vom Fachmann durchführen lassen. Das Ergebnis habe ich ein einem kurzen Video hier

 

Nachdem das meiste nun montiert war, ging es an die Griffe für Schubladen und Schränke. Die Griffe, welche bei Ikea und bei anderen Herstellern zu bekommen waren, gefielen uns einfach nicht. Um nicht noch mehr Zeit mit Recherche zu verbringen, haben wir uns entschlossen die Griffe einfach selber zu bauen. Da wir geplant hatten eine Leuchte zu verbauen, die Bronze als führendes Material hat, wollten wir die Griffe auch gern in Bronze haben. Also haben wir uns bei Gemmel Metalle einfach zugeschnittene Bronzestangen bestellt. In die Stangen haben wir dann Gewinde gebohrt um sie an den Schränken montieren zu können. Abschließend haben wir sie noch geschliffen und mit Klarlack lackiert. In die Stangen des Kühlschranks und des Geschirrspülers haben wir Nuten fräsen lassen, damit sie sich besser öffnen lassen.

Wir standen eine ganze Zeit vor der Entscheidung die Griffe entweder horizontal oder vertikal zu installieren. Wir haben am Ende der vertikalen Variante den Vorzug gegeben. Wer solche Griffe sucht – wir haben noch welche 🙂

 

 

 

 

Bei nächster Gelegenheit werde ich den Rest auch noch zeigen 🙂

IKEA Küche aufbauen
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